Die Stadt Wilhelmshaven will noch in diesem Jahr ein virtuelles Bürgerbüro einführen. Zunächst soll das Angebot im Jugend- und Sozialbereich getestet werden. Gespräche sollen dann auch per Video oder Chat möglich sein, Unterlagen können digital bearbeitet werden.

Ich finde: Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung.

Es gibt viele Situationen, in denen ein persönlicher Besuch im Rathaus heute nicht unbedingt notwendig ist. Wenn ich eine Frage auch in einem Videogespräch klären kann oder Unterlagen nicht extra vor Ort abgeben muss, ist das für Bürgerinnen und Bürger und auch für die Verwaltung einfacher.

Gerade bei sozialen Angelegenheiten kann das hilfreich sein. Wer beispielsweise Unterstützung beantragt, sollte nicht noch zusätzliche Hürden haben, nur um mit der zuständigen Stelle sprechen zu können.

Trotzdem darf Digitalisierung nicht bedeuten, dass der persönliche Kontakt immer schwieriger wird.

Genau deshalb steht in meinem Programm zur Verwaltung:

Digital, wenn es hilft. Persönlich, wenn es nötig ist.

Das meine ich auch so.

Es muss weiterhin möglich sein, bei der Stadt anzurufen und jemanden zu erreichen. Es muss persönliche Termine geben, wenn ein Anliegen das erfordert. Und wer mit einem digitalen Verfahren nicht zurechtkommt, darf nicht das Gefühl bekommen, mit seinem Anliegen allein gelassen zu werden.

Die angekündigten digitalen Angebote – vom virtuellen Bürgerbüro bis zum geplanten „Open Rathaus“ – bieten hier eine gute Möglichkeit, die Verwaltung moderner und zugänglicher zu machen.

Dabei sollten wir aber nicht nur darauf schauen, was technisch möglich ist.

Wir sollten vor allem darauf schauen, was den Menschen tatsächlich hilft.

Wenn ein digitales Angebot einen Gang ins Rathaus erspart: wunderbar.

Wenn ein persönliches Gespräch notwendig ist: Dann sollte es dieses Gespräch auch geben.

Für mich gehört beides zu einer modernen Verwaltung. Die Technik soll den Menschen dienen, nicht umgekehrt.