Der SPD-Ortsverein Wilhelmshaven-Süd zeigt sich tief besorgt über die zunehmenden Übergriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst und stellt sich klar an die Seite der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung.

Auslöser der aktuellen Debatte sind zahlreiche Berichte von Beschäftigten, die von Beschimpfungen, Bedrohungen bis hin zu körperlichen Angriffen im Arbeitsalltag berichten. Diese wurden im Rahmen einer Aktion der Gewerkschaft ver.di öffentlich gemacht und verdeutlichen eine Entwicklung, die sich seit Längerem abzeichnet. Insbesondere in Bereichen mit hohem Publikumsverkehr, etwa in sozialen Diensten oder der Kfz-Zulassungsstelle, entlädt sich wachsender Frust zunehmend direkt gegenüber den Mitarbeitenden.

„Die geschilderten Entwicklungen sind absolut inakzeptabel. Wer unsere Verwaltung angreift, greift das Fundament unseres Zusammenlebens an. Die Kolleginnen und Kollegen leisten jeden Tag wichtige Arbeit für unsere Stadt und verdienen Respekt und Schutz“, erklärt Dennis Shwec, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wilhelmshaven-Süd.

Shwec betont weiter:

„Es darf nicht sein, dass Beschäftigte Angst haben müssen, zur Arbeit zu gehen. Wenn Mitarbeitende im Rettungsdienst angegriffen werden oder Kolleginnen und Kollegen in Ämtern beleidigt und bedroht werden, ist eine Grenze längst überschritten. Wir brauchen klare Konsequenzen für Täter und eine Kultur des Hinschauens.“

Auch Christina Heide, Ratsfrau und Vorstandsmitglied, sieht dringenden Handlungsbedarf:

„Die Berichte zeigen deutlich, dass wir es nicht mehr mit Einzelfällen zu tun haben. Die Belastung für die Beschäftigten ist enorm und betrifft längst auch die psychische Gesundheit. Viele gehen mit einem unguten Gefühl zur Arbeit. Das dürfen wir nicht hinnehmen.“

Heide hebt zudem die Rolle gesellschaftlicher Entwicklungen hervor:

„Die Verrohung der Sprache, gerade auch in sozialen Medien, wirkt sich direkt auf den Umgang vor Ort aus. Pauschale Vorwürfe und persönliche Angriffe senken die Hemmschwelle für Übergriffe im direkten Kontakt. Diese Entwicklung müssen wir sehr ernst nehmen.“

Der SPD-Ortsverein Wilhelmshaven-Süd begrüßt daher ausdrücklich den von der SPD-Fraktion im Rat der Stadt eingebrachten Antrag für ein umfassendes Sicherheitskonzept und unterstützt diesen vollumfänglich. Der Antrag greift zentrale Forderungen der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen auf und überführt sie in konkrete Maßnahmen.

„Damit hören wir nicht nur zu, sondern wollen die Forderungen umsetzen. Wir hoffen auf eine breite Mehrheit im Rat.“ so Antragsteller und Ratsherr Marvin Hager.

Dazu gehören unter anderem eine verbindliche Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz, klare und verpflichtende Verfahren zum Umgang mit Übergriffen, die konsequente Anzeige durch den Arbeitgeber, ein niedrigschwelliges Meldeportal sowie eine systematische Gefährdungsanalyse aller Dienstgebäude. Auch regelmäßige Berichte zum Umsetzungsstand sollen für Transparenz und Verbindlichkeit sorgen.

„Das ist genau der richtige Schritt“, so Dennis Shwec. „Wir brauchen klare Regeln, verlässliche Strukturen und ein eindeutiges Signal: Die Stadt steht hinter ihren Beschäftigten und lässt sie nicht allein.“

Christina Heide ergänzt:

„Der Antrag zeigt, dass die Politik die Situation ernst nimmt und handelt. Jetzt kommt es darauf an, die Maßnahmen zügig und konsequent umzusetzen.“

„Gleichzeitig müssen wir auch die Ursachen angehen“, betont Shwec. „Überlastung in der Verwaltung, Personalmangel und lange Wartezeiten sorgen für Frust bei Bürgerinnen und Bürgern. Dieser Frust darf sich niemals in Gewalt entladen, aber wir müssen ihn politisch ernst nehmen und die Rahmenbedingungen verbessern.“

Abschließend erklärt Christina Heide:

„Respekt gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist keine Option, sondern eine Selbstverständlichkeit. Die Stadt muss ihre Mitarbeitenden konsequent schützen und ihnen den Rücken stärken. Gleichzeitig sind wir alle als Gesellschaft gefordert, wieder zu einem respektvollen Miteinander zurückzufinden.“